Hilfsprojekt in UMUNOHU

 von Elisabet Hochedlinger

Ich bin durch ein weitergeleitetes E-Mail meiner Chefin auf das Hilfsprojekt von Mag. Dr. Emeka Emeakaroha aufmerksam geworden. Kaum hatte ich es gelesen, war mir klar, ich muss mit!

Also habe ich am 18. Jänner mit 13 weiteren Personen, inklusive Emeka, den Flieger nach Port Harcourt bestiegen. Mit im Gepäck waren etwa 12 000 Brillen und jede Menge “Kleinigkeiten” für die bereits angekündigte Geschenkestraße für Kinder. Großes Dankeschön an alle die ihre Brillen und “Kleinigkeiten” gespendet haben!

Natürlich ging das nicht ohne Übergepäck, doch wenn man mit Emeka verreist, dann ist einfach alles möglich! Deshalb konnten 5 Personen mit einem weiteren Gepäckstück kostenlos, das heißt mit je 3 Koffern -2 Brillenkartons, 1 Koffer- an Board gehen!

 

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Nach einem ca. 9 stündigen Flug mit kurzem Aufenthalt in Frankfurt und einer üblichen Zwischenlandung in Abuja standen wir am Abend mit langer Hose und Winterjacke schweißgebadet vor dem AnkunftsZELT, ja, richtig gelesen!

Die erste Nacht am anderen Kontinent verbrachten wir, nach einer ca. 30 minütigen Fahrt in einem sehr luxuriösen Hotel.

 

Am nächsten Tag kamen wir nach ca. 3 Stunden Fahrt und mehrstündiger Verspätung, unzählig getöteten Moskitos (Danke Johanna und Ilona), einigen “Checkpoints” und vielen “Schlaglöchern”, aber auch sehr schönen Straßen, in Emekas Heimatdorf Umunohu an.

Tja, das mit der Zeit ist in Afrika so eine Sache. Man hat fast das Gefühl, dass es unhöflich ist pünktlich zu sein also wird alles PLUS-minus gerechnet!

 

In den ersten Tagen stand akklimatisieren und kennenlernen am Programm. Wir besuchten den Landtagspräsidenten in Owerri und den Landespolizeichef, da wir für 3 Wochen einen mehrköpfigen Polizeischutz hatten. Am Anfang war das etwas gewöhnungsbedürftig, aber sie gehörten sehr bald einfach zu unserer Gruppe dazu.

Einmal sind 2 Security’s beim Morgenlauf durch den Busch mitgelaufen. Den etwas betagteren Polizisten haben wir auf Grund unseres schon längeren Trainings abgehängt. Wir dachten schon er hat aufgegeben und ist ins Auto gestiegen, aber er ist tatsächlich durchgelaufen. Wir haben ihn dann mit Applaus am Ziel Empfangen. Erst später hat uns Emeka erzählt, dass ihn der andere Polizist dazu herausgefordert hat mitzulaufen und daher bis zum Schluss durchhalten musste!

 

Die Besichtigung unseres 3-wöchigen Arbeitsplatzes, das “Madonna Austrian Hospital Ihitte” war sehr positiv. Es ist unglaublich, was Emeka da aufgebaut hat und weiter aufbaut (Ausbildung für Kranken- und Hilfsschwestern, Eröffnung einer Augenklinik, Kinderpatenschaftsprojekt, Photovoltaikprojekt,...)!

Unsere Tagesroutine sah in etwa so aus:

morgendlicher Lauf durch den Busch (war nicht Pflicht!); Frühstück; danach Abfahrt zum Brillenprojekt im naheliegendem Krankenhaus; Empfang von ungefähr 100 winkenden, jubelnden und singenden Menschen; Arbeitsaufnahme; gegen 14:00 Uhr Mittagspause; wieder Empfang von vielen Menschen; weiter Arbeit und abends PLUS-minus Abschied von ebenso vielen wartenden Leuten; Abendessen meist mit open end

 

Sonntags war Kirche angesagt, aber absolut nicht mit unserer vergleichbar!! Es wird mir nicht gelingen sie, ihrer würdig zu beschreiben...

Es wurde gebetet, gesungen, getanzt und gefeiert. Die Gestaltung war so farbenfroh, mitreißend, einfach wunderschön! Ich denke, man muss es erlebt haben, um zu verstehen, wie lebendig, zugleich atemberaubend und kurz 3 Stunden sein können!

Auch die beiden Marktbesuche kann man mit ihren Gerüchen und Angeboten nicht beschreiben, außerdem würdet ihr dann nie mit dem Lesen meines Reiseberichtes fertig werden!

 

Also weiter gehts mit der Grundsteinlegung der Schule.

Da Emeka offensichtlich beschlossen hat, trotz seiner bereits unzähligen “kleinen” und großen Projekte zu wenig Arbeit zu haben, durften wir mit ihm die Grundsteinlegung für sein neues Schulprojekt feiern. Ich hatte die Ehre mit einem König zu tanzen, allerdings bin ich mir (bis heute) nicht sicher, ob die vielen Gäste mit mir oder über mich wegen meines Tanzstils gelacht haben, egal, es hat auf jeden Fall Spaß gemacht!

Es war auch sehr schön das 3-jährige bestehen des Krankenhauses zu feiern, mit den vielen verschiedenen Tanzgruppen und natürlich der Präsentation der Kolanüssen, die in den 3 Wochen mehrmals als ein Zeichen des Willkommens überreicht wurden.

 

Und zum Schluss für alle Zahleninteressierten unter euch:

•Gewicht des gesamten Reisegepäcks: ca. 760 Kg

•Mitgebrachte Brillen: ca. 12 000!!

•Anzahl der Mitreisenden: 14 + 9 köpfiges OP-Team und 1 Photovoltaiktechniker (nicht zu vergessen!)

•Anzahl der Optiker, Orthoptisten und Optometristen: 8

•Anzahl der unverzichtbaren Helfer (Krankenschwestern und -pfleger, Fotografen, Techniker, Foodtechnologisten, Brillensucher und -finder, Autorefraktionisten,...): Ganz, ganz viele!!

•Durchgeführte Sehtests in 3 Wochen: ca. 4 000!!

•Durchgeführte Katarakt-OPs und “kleinere” Eingriffe in nur einer Woche: 150!!

•“Gefundene” Brillen: ca. 7 000!!

•Anzahl der Kinder bei der Geschenkestraße: ca. 600!

•“God bless you!” ‘s: doppelt oder 3-mal so viele, wie du dir wahrscheinlich gerade vorstellst!!

!DANKE!

 

Zuerst möchte ich ein niemals ausreichendes Dankeschön an dich, Emeka, richten, für deine bis ins kleinste Detail perfektionierte Organisation der unvergesslichen Reise, deine ewige Geduld, deine immer währende gute Laune, dein “Driver move!” oder “Ich denke, wir gehen gleich Hände waschen und zu Tisch.”!

 

Weiters möchte ich Emekas Eltern, Prince Chief Eugene und Lady Juliana Emeakaroha für die herzliche Aufnahme in ihrem Haus Danken! Ihr habt uns sehr verwöhnt, speziell mit eurer überaus köstlichen Küche!

 

Auch an seinen Bruder Eziaha möchte ich für die zeitintensiven Voruntersuchungen der OPs einen besonderen Dank aussprechen! Ohne dich, Ezzy, wären so viele (150!) Kataraktoperationen in dieser kurzen Zeit nicht möglich gewesen, auch deine “kleineren” Eingriffe dürfen hier nicht fehlen!

An dieser Stelle ein großes Danke an das gesamte OP-Team!

 

Natürlich gilt auch ein herzliches Dankeschön deinen anderen Brüdern und Schwestern, Emeka, die dich so tatkräftig unterstützen!

 

Ebenfalls möchte ich mich bei meinen Mitreisenden für die hervorragende Zusammenarbeit bedanken! Wir sind echt ein tolles Team! Danke euch auch für die vielen lustigen Tage, die wir gemeinsam verbringen durften, bin echt froh euch kennengelernt zu haben!

 

Und an ALLE, die diese Projektreise so erfolgreich gemacht haben…

 

vielen, vielen DANK!

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