DIREKTE HILFE, DIE ANKAM !

 Brillenprojekt in Nigeria erfolgreich beendet

 

Nach wochenlangen Vorbereitungen machte sich Mitte Jänner eine Gruppe von 14 Personen auf den Weg nach Afrika. Mit im Gepäck: 12 000 gesammelte Brillen und ganz viel Vorfreude auf die kommenden Erlebnis.

Brillenprojekt in Nigeria erfolgreich beendet 

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Es braucht manchmal nur etwas Engagement, um Menschen eine bessere Lebensqualität zu geben!

 

Nach wochenlangen Vorbereitungen machte sich Mitte Jänner eine Gruppe von 14 Personen auf den Weg nach Afrika. Mit im Gepäck: 12 000 gesammelte Brillen und ganz viel Vorfreude auf die kommenden Erlebnisse.

 

Der Initiator des Projektes ist der im 6000 Einwohner zählenden nigerianischen Dorf Umunohu geborene Pfarrer von Obergrafendorf, Mag. Dr. Emeka Emeakaroha. „Verschiedene Projekte stellen ein Gesamtkonzept dar, das zu einer nachhaltigen Gesellschaftsveränderung beiträgt und zu einer Verbesserung der Lebensumstände führt“ – diese Vision von Pfarrer Emeka wird immer mehr Wirklichkeit. Dazu tragen seine Projekte im Bereich Bildung und nachhaltige medizinische Grundversorgung bei.

 

Vor drei Jahren wurde von Dr. Emeakaroha das „Madonna Austrian Hospital Ihitte“ gegründet. Ordensschwestern leiten das Spital, das rund 70 000 Menschen medizinische Hilfe bietet, und bilden auch medizinisches Personal aus.

 

Das für dieses Jahr geplante Projekt versorgt schlecht sehende Menschen mit Brillen. So wurden Optikerinnen, Krankenschwestern und einige andere Personen, die sich als unentbehrliche Helfer erweisen würden, auf dem Areal der Familie Emeakaroha empfangen geheißen. Diese freudigen Willkommensbezeugungen würden sich in den nachfolgenden drei Wochen täglich wiederholen!

 

Die eigentliche Arbeit der Gruppe begann mit viel Vorfreude und doch auch leichter Nervosität: Wie würde man in den Refraktionsräumen mit den Gegebenheiten (teilweise ohne die gewohnten Geräte), mit der Sprache der Patienten etc. zurecht kommen?

 

Es blieb nicht viel Zeit für Überlegungen: bei der Ankunft auf dem Areal des Hospitals wurde man bereits von hunderten freudig winkenden Menschen mit Musik und Tanz erwartet. Nach der offiziellen Begrüßung, traditionellerweise mit „Colanüssen“, und der Eröffnung bezogen die vier Optikerinnen ihre jeweiligen Räume, in denen die Sehtests und Untersuchungen für die in der dritten Woche stattfindenden Staroperationen (grauer Star), durchgeführt werden würden. Jede Optikerin wurde jeweils von einer ortsansässigen „Nurse“, die als Dolmetscherin fungiert und an den Sehprobentafeln stehen würde, unterstützt.

 

Die nach Stärke vorsortierten 12 000 Brillen wurden – so gut es möglich war – aufgelegt. So konnten alle nach kürzester Zeit an einem Strang ziehen: Die Optikerinnen schickten die refraktionierten Personen mit der Kartei zu den „Helfern“, die aus dem Fundus die optisch korrekte und kosmetisch passende Brille heraussuchten.

 

Das Resümee nach drei Wochen „Brillenprojekt“: Es wurden fast 4000 Menschen refraktioniert bzw. ein Befund erstellt, 7000 Brillen an glückliche Menschen abgegeben, deren Alter von 1,5 bis 95 Jahren reichte!

 

 

Alle Brillenprojekt-Teilnehmer sind tausendfach belohnt worden mit den Worten: „I can see, god bless you“! und waren traurig, weil sie jeden Tag auf´s Neue hunderte erwartungsvolle Menschen vertrösten mussten!

 

In der dritten Woche des Hilfsprojektes gab es noch die wichtige, aufregende Eröffnung der neuen augenchirurgischen Abteilung: Mit Hilfe österreichischer Augenärzte um Univ.Prof. Dr. Faschinger und  „Sehen Ohne Grenzen“ konnte ein OP Raum mit zwei OP-Mikroskopen ausgestattet werden. Es gibt in Nigeria eine sehr hohe Zahl von Menschen, die an  einem Cataract, dem „Grauen Star“ leiden, der nur operativ behandelt werden kann. In dieser Woche wurden vom  9-köpfigen Operationsteam 138 Cataractoperationen sowie diverse kleinere Eingriffe – insgesamt 150 – erfolgreich durchgeführt.

 

 

Herzlichen Dank an alle, die mit ihren Brillen-, Sach- oder Geldspenden zum Gelingen dieses Projektes wesentlich beigetragen haben!!

 

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Die neuesten / weitere Projekte:

 

Für das Spital wird gerade eine Photovoltaikanlage geplant, dafür ist Pfarrer Emeka auf der Suche nach finanzieller Unterstützung. Ziel des Projektes ist die nachhaltige, umweltfreundliche Stromversorgung des Spitals für die Beleuchtung, die Kühlmöglichkeiten im Labor und in der Apotheke sowie für sämtliche Spitalsgeräte. Die klimatischen Rahmenbedingungen sind optimal für den Einsatz dieser Technologie. Als österreichisches Projekt in Nigeria wäre die Nutzung der vorhandenen Sonnenenergieressourcen ein wichtiger, beispielhafter Impuls für die Region.

 

Um auf dem Gebiet der optischen Versorgung Nachhaltigkeit zu erzielen, wird eine Optikwerkstatt aufgebaut, um Gläser vor Ort (von angelerntem nigerianischen Personal) zu schleifen und somit Brillen individuell fertigen zu können.

 

Über die Organisation „One Heart Umunohu“ vermittelt Pfarrer Emeka Schulpatenschaften für bedürftige Kinder in seinem Heimatbezirk. Mit € 100.-- pro Jahr kann ein Kind ein ganzes Jahr die Schule besuchen. Ziel des Projektes ist es, den Kindern eine Schulbildung bis zur Matura zu ermöglichen und ihnen die Chance für eine bessere Zukunft zu geben.

In Nigeria ist es nicht selbstverständlich, eine gute Schulbildung im öffentlichen Schulsystem zu bekommen. Mit einer eigenen Schule möchte Pfarrer Emeka den Kindern eine umfassendere, zukunftsorientierter Bildung anbieten (z.B. Umweltbewusstsein, Gesundheitslehre). Zudem werden Kinder, die zuhause keine  Unterstützung beim Lernen bekommen können, in dieser Schule eine spezielle Förderung erhalten. Bei der Projektreise im Jänner/Februar 2016 konnte im Rahmen einer kleinen Feier bereits der Grundstein für dieses Schulgebäude gelegt werden. Zurzeit läuft eine Bausteinaktion zur Unterstützung dieses Projektes.

 

 

 

 

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