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Photovoltaikanlage – Meine Aufgabe Feb. 2019

 

von Karl Hochedlinger

Nach einem ca. 9-stündigen Flug landeten wir (Emeka, meine Frau, Sohn Peter und ich) am Abend des 21. Jänners in Port Harcourt bei gefühlten 40°C. In einem größeren Partyzelt durchliefen wir das „Auscheckritual“ am Flughafen. Von da an begegnete uns nur mehr herzliche Gastfreundschaft. Es wurde sich um unser Gepäck gekümmert und wir übernachteten in einem komfortablen Hotel. Am nächsten Vormittag ging die Reise im Kleinbus zunächst über die neu errichtete Autobahn vorbei an etlichen Checkpoints bis in die Stadt Owerri und weiter über die aus den Vorjahren bereits gewohnten Landstraßen nach Umunohu. Der Empfang im Hause Emeakaroha, dem Elternhaus von Emeka, ist für mich immer wieder ein ergreifendes Erlebnis.

Nun begann die für dieses Jahr geplante Errichtung der Photovoltaikanlage (PV-Anlage) vor dem Spital, dachten wir jedenfalls. Der vor unserer Reise versandte Container mit dem benötigten Material war noch nicht vor Ort. Nach einer „Lagebesichtigung“ im Spital fiel uns das Warten auf die Ware nicht schwer, da ohnedies die Baulichkeiten noch zu errichten waren - beginnend von den Fundamenten für den carportähnlichen Stahlaufbau, über die Grabungsarbeiten für die Verlegung der Rohre bis hin zu den zwei Gebäuden, Switch- und Batterieroom. Unter der Leitung von Ing. Peter, einem einheimischen Allrounder, gingen diese Arbeiten für afrikanische Verhältnisse zügig voran.

Mein Sohn Peter und ich bauten währenddessen in der im Vorjahr eröffneten Emeakaroha Foundation School im EDV-Room ca. 30 gespendete Standrechner auf (Festplatte einbauen, aufstellen, verkabeln, etc.). Anschließend wurden sie vom EDV-Lehrer und Peter gemeinsam für den Schulbetrieb aufbereitet, d. h. Betriebssysteme in Englisch, Office usw. installieren.

Drei Tage später empfingen wir die „große Gruppe“ bestehend aus Ärzten/Ärztinnen, Krankenpflegern/Krankenpflegerinnen, Optometristin, Orthoptistinnen…
Die Häuser der Fam. Emeakaroha, in denen wir dankenswerterweise wohnen durften, waren nun bis unters Dach bezogen.

Ich weiß nicht wie viele, aber sehr viele Leute arbeiteten nahezu rund um die Uhr nur für uns, damit die drei Projektwochen reibungslos ablaufen konnten: Kochen, waschen, bügeln, Unterstützung bei den Marktbesuchen und vieles mehr.
Die Menschen sind trotz der noch sehr einfachen, zum Teil auch schwierigen Umstände sehr lebensfroh und bestrebt das Beste daraus zu machen. Das und die Hilfe zur Selbsthilfe-Projekte (Brillenwerkstatt, Weiterbildung der einheimischen Ärzte „learning by doing“ im laufenden OP-Betrieb, Betreuung der PV-Anlage…), welche zur höchsten Zufriedenheit aller wirklich als „Selbstläufer“ weitergeführt werden, sind Gründe weswegen ich auch weiterhin gerne tatkräftig unterstützen möchte.

Jetzt waren wir komplett und jede Fachgruppe nahm ihre Tätigkeit auf. Da und dort gab es kleine technische Probleme, die größtenteils durch Ing. Peter, Peter und mich behoben werden konnten.

Die Vorbereitungen für die Montage der PV-Anlage (unser Hauptanliegen) waren nach ca. zwei Wochen abgeschlossen und leider war noch kein Container in Sicht, jedoch erwarteten wir das gute Stück jeden Tag aufs Neue. Abgesehen von der PV-Technik befanden sich auch medizinische Geräte, jede Menge Brillen und dazugehörige Gläser, sowie viele andere dringend benötigte Sachen drinnen.

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Am 8. Februar um ca. 17 Uhr war für uns sehr spät, für andere zu spät, Bescherung wie an Weihnachten: „Der Container ist da!“ – ein spontanes großes Fest startete mit der Bigband und dem großartigen Tanzensemble des Spitals. Alles was Hände und Füße hatte tanzte und hüpfte mit. Viele fleißige Helfer entluden den ca. 50 m3 fassenden Container in kürzester Zeit. Daher konnten wir noch am selben Tag unter Zuhilfenahme der mitgebrachten LED-Scheinwerfer einen Großteil der Montageschienen befestigen.

Am Samstag mussten wir uns von unseren Landsleuten verabschieden – der Heimflug stand an. Peter und ich hatten das Glück unseren „Urlaub“ noch etwas verlängern zu dürfen. Emeka hat für uns die Flüge so „nebenbei“ umgebucht und somit dem begonnen Werk zur Fertigstellung verholfen. Pfarrer Emeka hat auch mit seinem Chef ;) Rücksprache gehalten und für uns die Arbeitserlaubnis am Sonntag eingeholt. Dank dieser Möglichkeiten und der engagierten Mithilfe der Einheimischen war die Montage und die Inbetriebnahme der Anlage im vorgegebenen Zeitfenster möglich.

Nach einer kurzen, herzlichen Verabschiedung von allen liebgewonnen Menschen fuhren wir am Mittwoch (13. Februar) Nachmittag gemeinsam mit Father Emeka nach Port Harcourt, um den Heimflug anzutreten.

Es war wieder eine besondere, erlebnis- und erfahrungsreiche Projektreise.
Ich freue mich schon auf die nächste Reise. Danke an ALLE die das immer wieder möglich machen.

Karl Hochedlinger

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P.S.: Noch einige Daten der Anlage für Interessierte:
•    AC-gekoppelte PV-Anlage
•    102 PV-Module à 305 Wp – 31,11 kWp Anlagenleistung
•    2 SMA-Netzwechselrichter à 15 und 17 kW
•    1 Greenrock Salzwasserspeichersystem 25 kWh (Multi Grid 3-phasig), das 2020 um zwei weitere 25 kWh-Bausteine erweitert wird, damit die Energieversorgung zu 100% möglich, bzw. genutzt werden kann.

 

 

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