Sonntag, 18 März 2018 19:31

Ein Herz für Afrika

Projektreise nach Nigeria


Im Jänner 2018 habe ich mich gemeinsam mit einen über 30-köpfigen Team von Ärzten, Krankenpflegern, Optikern und vielen weiteren Helfern für 3 Wochen auf den Weg nach Nigeria gemacht, um vor Ort medizinische Hilfe zu leisten. Einsatzort war das Madonna-Austrian- Hospital Ihitte im Südosten Nigerias, das im Jahr 2009 mit Spendengeldern aus Österreich errichtet wurde.
Hinter diesen Hilfsprojekten steht ein Mann aus Nigeria, dem Österreich zur zweiten Heimat geworden ist. Mag. Dr. Emeka Emeakaroha ist Priester, Theologe und seit 2001 Pfarrer in Obergrafendorf und Weinburg sowie Lehrer am Gymnasium. 1999 hat er den Verein ,,One Heart Umunohu‘‘ gegründet. Mit vielen verschiedenen Projekten möchte er eine Infrastruktur in seinen Heimatbezirk herstellen. Dazu gibt es zum einen das Spitals,- und das Schulprojekt.


Pfr. Emeka setzt sich seit seiner Priesterweihe dafür ein, dass die Lebensumstände der Menschen in seinem Heimatdorf Umunohu im Bezirk Ihitte/Nigeria nachhaltig und langfristig verbessert werden.
Mitte Jänner startete dieses Projekt. Für viele unseres Teams war es die erste Reise nach Nigeria. Wir waren im Vorfeld sehr gespannt was uns erwartet. Durch zwei Informationstreffen im August und Jänner gab uns Pfr. Emeka Informationen zu der Reise.  Bevor die Reise überhaupt beginnen konnte, mussten wir einiges an Vorarbeit leisten. Eines der größten Projekte war das ,,Brillenprojekt‘‘.
Dazu konnte die Gruppe in den letzten Monaten tausende von second-hand- Brillen in ganz Niederösterreich sammeln. Diese wurden anschließend gereinigt repariert, ausgemessen und sortiert. Alleine im Bezirk Zwettl und Gmünd war es mir möglich über 2000 Brillen aufzutreiben Dazu haben mir viele meiner Kollegen im PBZ Zwettl, Optiker und Schulen geholfen. Bereits im Vorfeld wurde dieses Projekt im PBZ Zwettl vorgestellt und durch Plakate geworben. Ich war überwältigt vom Engagement meiner Kollegen und unserer Bewohner.


Dank einer neuen Software war es heuer zum ersten Mal möglich, den gesamten Brillenbestand in den Computer aufzunehmen. Es ist somit relativ einfach, die passende Brille nach den professionellen vorausgetesteten Sehergebnissen der Optometristen zu finden und an die Bevölkerung abzugeben.


Angekommen in Nigeria, machten wir uns bald auf den Weg zum Madonna-Austrian-Hospital um unseren Betrieb schnellstmöglich aufzunehmen. In der ersten Woche befassten wir uns Großteiles mit der Erfassung des Brilleninventares und die Aufnahme der Brillen in das neue Computerprogramm. Nach ein paar Tagen konnten wir mit der Ausgabe starten. Dazu wurden im Vorfeld Untersuchungen durch die Augenärzte oder Optometristen durchgeführt. Der Ansturm war enorm. Doch durch unsere neue Software konnten wir die Massen an Menschen in kürzester Zeit bewältigen. Da nicht immer alle Brillen mit den richtigen Werten oder Passformen zur Verfügung standen, hatte sich unsere Optiker Meisterin in den letzten Jahren etwas überlegt.
Optikermeisterin Barbara Kainzer ist es gelungen mit Geräten aus Österreich eine Optikerwerkstatt im Spital einzurichten. Das einheimische, geschulte Personal kann somit rund um das ganze Jahr, einzigartig in Nigeria, Brillen individuell nach europäischen Standard anpassen und herstellen. Die vorhandenen Brillen werden unter dem Jahr weiter ausgegeben.
Zur gleichen Zeit liefen weitere medizinische und therapeutische Projekte im Madonna-Austrian-Hospital.


In den nächsten zwei Wochen zählte der OP zu meinen Hauptaufgaben. Mit einem Team aus vier Chirurgen und sechs Krankenpflegern führten wir zahlreiche lebensnotwenige Operationen durch. Vor allem wurden Nabel,- und Leistenbrüche an Kindern operiert. Diese sind sehr wichtig, da ein Bruch sehr leicht zu einer lebensgefährlichen Komplikation führen kann. Weiteres wurden Blinddarmoperationen und eine Vielzahl von kosmetischen, funktionseinschränkenden Korrekturen wie z.B. die Entfernung von Geschwüren durchgeführt. Bei diesem Projekt wurden ein nigerianischer Arzt und das Krankenpflegepersonal eingeschult. Somit ist es ihnen möglich selbstständig Operationen auch während des Jahres durchzuführen.
Besonders begeistert war ich von zwei Therapeuten die uns auf die Reise begleitet haben. Kerstin und Hannes Brenner haben im ,,Madonna Austria Hospital‘‘ als Vorreiter der Methode nach ,,Dorn und Breuß‘‘ eine derartige Begeisterung ausgelöst, dass der Ansturm an Behandlungsbedürftigen Menschen am Ende kaum zu bewältigen war. Bei dieser Methode wird die Wirbelsäule und das Becken eingerichtet.  Selbst die Familie des Landeshauptmannes begab sich in Behandlung.


Eines der schönsten Ereignisse galt einem kleinen Mädchen namens Martha. Die Eltern glaubten, dass die Kleine von der Hüfte abwärts gelähmt sei. Das Mädchen konnte die Beine nicht bewegen. Unsere Chirurgen konnten die Diagnose Spina bifida (Erkrankung de Wirbelsäule) stellen. Nachdem sich das Mädchen in die Behandlung von Kerstin und Hannes Brenner begab, konnte sie bald wieder ein paar Schritte gehen. Für mich war dieses Erfahrung sehr prägend. Vor allem die Freude die man in den Augen der Eltern gesehen hat. 
Meiner Begeisterung galt vor allem den Menschen und deren Kultur. Obwohl die Einheimischen kaum etwas haben und vom ,,nichts‘‘ leben, stellte sich in mir immer wieder die Frage, von wo diese Leichtigkeit und Fröhlichkeit kam. Natürlich wusste ich im Vorfeld, dass wir uns in der ,,Dritten Welt‘‘ befinden werden. Trotzdem war es für mich kaum zu fassen, dass diese Menschen glücklich sein können. Wir wurden in der Familie von Mag. Dr. Emeka begrüßt als wären wir ,,heilige‘‘. Kinder rannten uns entgegen und wollten unsere ,,weiße‘‘ Haut berühren. Es verging kaum ein Tag, an dem keiner für uns getanzt hat. Auch die Menschen im Krankenhaus respektierten und dankten uns. Immer wieder riefen sie ,,Thanks Good for you‘‘. Wir wurden von der Gesundheitsministerin im Krankenhaus besucht und zum Essen waren wir beim Landeshauptmann eingeladen. Ebenfalls berichteten zwei Nigerianische Zeitungen über uns ,,weißen‘‘. Mir war das unangenehm. Den meiner Meinung nach sind wir alle gleich. Ich wusste oft nicht warum wir so eine Verehrung verdient haben. Vielleicht war es auch einfach das schlechte Gewissen gegenüber diesen armen Land.


Für mich und das gesamte Team war diese Projektreise ein besonderes, ereignisreiches und prägendes Erlebnis. Der Unterschied unserer beiden Kulturen ist enorm und doch sind wir alle so gleich. Zu Beginn glaubt man, dass es ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Jedoch wurden wir eines anderen belehrt. Durch die Schaffung vieler ,,kleiner‘‘ Projekte konnte in seinem Bezirk eine Infrastruktur aufgebaut werden. Arme Menschen haben somit die Möglichkeit auf sauberes Wasser, Bildung, Arbeit, Medizinischer Betreuung und bekommen eine Perspektive für die Zukunft. Das ist nur durch die Spenden von den Österreichern möglich. Da es keine Verwaltungskosten gibt und alle Projektteilnehmer die Reiseteilnahme selber finanzieren, kommen 100% der Spendengelder an.
„Daher möchte ich DGKP Carina Reif mich im Namen des gesamten Teams bei Mag. Dr. Emeka Emeakaroha herzlich bedanken. Danke für die Einblicke in eine andere Welt. Für die liebevolle Aufnahme durch dich und deine Familie!“


Es gibt inzwischen auch eine DVD über die Arbeit / Projekte von Mag.Dr. Emeakaroha mit dem Titel „Der Missionar aus Afrika“. Dieser Film wurde in der ORF Sendereihe „Kreuz & Quer“ ausgestrahlt und soll einen ersten Eindruck von seiner Arbeit und ihn vermitteln. Bei Nachfrage sendet er Ihnen gerne eine DVD zu.

Über Ihr Interesse an diesen Projekten oder einer Patenschaft würden wir uns sehr freuen und für weitere Auskünfte steht ihnen Mag. Dr. Emeka Emeakaroha selber auch gerne zur Verfügung

Wir sind sehr dankbar für eine Unterstützung
(Raiffeisenbank Region St. Pölten, Konto: 6.403, BLZ: 32585
IBAN:  AT633258500000006403, BIC: RLNWATWWOBG)

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Projektreise 2018